Die richtige Laufbekleidung im Winter: 7 Tipps für dein Outfit

Der Sommer ist vorbei, der Herbst ist da und der Winter nicht mehr weit. Zeit, sich über dein perfektes Laufoutfit für den Winter Gedanken zu machen! Du bist ja schließlich keiner der Schönwetterläufer, die nur bei trockenen 14-18°C laufen gehen und im Winter lieber auf dem gemütlichen Sofa vor der Heizung liegen bleiben.

Joggen im Winter hat zahlreiche gesundheitliche Vorteile: Es stärkt das Immunsystem, weil der Körper mit unterschiedlichen Temperaturen zurechtkommen muss und frische Luft tut sowieso gut, du kommst auch im Winter ans Tageslicht, hältst deinen Körper fit und bleibst gleich bis zum nächsten Sommer in Shape. Gute Gründe also, um das Training im Winter beizubehalten.

Unangenehm kann es sowieso nur werden, wenn du nicht das richtige Outfit und die falsche Ausrüstung trägst. Dann kann es schnell passieren, dass du entweder frierst oder schwitzt. Beides kann zum Auskühlen der Muskeln und zu Verletzungen führen. Deshalb ist es wichtig, dass du die richtige Laufbekleidung trägst, die für solche Temperaturen gemacht ist.
Übrigens: Wenn du gerade mit dem Laufen beginnst haben wir in unserem Guide "Laufen für Anfänger" wertvolle Tipps für dich.

1. Die richtige Funktionsunterwäsche als Basis

Die Basis deines Laufoutfits bildet zu allen Jahreszeiten deine Laufwäsche, also Unterhose und Unterhemd bzw. Sport-BH. Im Winter ist die richtige Laufwäsche jedoch ganz besonders wichtig, weil sie als unterste Schicht eine große Rolle bei der Frage spielt, ob du schwitzt, frierst, oder einfach die perfekte Temperatur hast. Ein häufiger Fehler bei Läufern ist das Tragen von Baumwoll-Unterwäsche. Baumwolle leitet Feuchtigkeit nicht besonders gut nach außen, weshalb das Kleidungsstück sehr lange zum Trocknen braucht. Unterwäsche aus Baumwolle klebt deshalb schnell am Körper und kann bei kalten Außentemperaturen zu Verkühlungen und Muskelverletzungen führen.

Laufen im Winter Funktionswäsche

Vielmehr solltest du darauf achten, dass du spezielle Lauf- oder Sportunterwäsche aus Funktionsfasern wie Polyamid oder Polyester trägst (die gibt es auch in nachhaltig!). Funktionsfasern haben den Vorteil, dass sie zum einen sehr elastisch und langlebig sind, also alle Bewegungen anstandslos mitmachen. Zum anderen sind sie äußerst atmungsaktiv und feuchtigkeitsregulierend. Schweiß wird direkt nach außen transportiert und verbleibt nicht in der untersten Schicht. Gerade im Winter ist das ein wichtiger Faktor.

An sehr kalten Tagen bieten sich neben Laufunterhemd und normaler Laufunterhose auch eine lange Laufunterhose an, die du unter deiner langen Laufhose tragen kannst. So kannst du deine Beine besser vor Kälte schützen und dünnere Hosen wärmer machen. Langärmlige, körpernahe Laufunterhemden sorgen für die erste wärmende Schicht am Oberkörper.

2. Nach dem Zwiebelprinzip vorgehen

Beim Joggen gilt das ganze Jahr über, aber im Winter ganz besonders: Gehe nach dem Zwiebelprinzip vor! Auch als Schichtensystem bekannt bedeutet das Zwiebelprinzip, dass du nicht nur eine dicke Schicht trägst, sondern mehrere dünne bis mitteldicke, die du bei Bedarf ausziehen und umbinden kannst, wenn dir beim Laufen zu warm werden sollte. Trägst du hingegen nur eine dicke Schicht, zum Beispiel eine dicke Jacke oder einen dicken Pullover, dann wird dir wahrscheinlich schnell zu warm und du hast keine Möglichkeit, die Jacke auszuziehen, weil dir dann sofort viel zu kalt wird. Erkältungen und Verkühlungen können die Folge sein.

Laufen im Winter Zwiebelprinzip

Beim Zwiebelprinzip gehst du folgendermaßen vor: Die Basis bildet ein körpernahes Unterhemd oder ein Bustier bzw. Sport-BH bei Frauen. Darüber bietet sich entweder ein dünnes, kurzärmliges Laufshirt, oder ein langärmliges Laufshirt an. Je nach deinem Kälteempfinden kannst du das kurzärmlige Laufshirt auch weglassen. Über das dünne Langarmshirt kannst du je nach Bedarf noch ein dickeres Longsleeve ziehen. Wichtig bei allen Schichten ist, dass sie aus Funktionsmaterialien bestehen sollten.

Funktionsfasern wie Polyamid oder Polyester haben wie schon gesagt gegenüber Fasern wie Baumwolle den unschlagbaren Vorteil, dass sie ein gutes Feuchtigkeitsmanagement besitzen, schnelltrocknend sind und Feuchtigkeit bzw. Schweiß gut nach außen ableiten können. So kann deine Haut trotz stärkerem Schwitzen einigermaßen trocken bleiben. Baumwollshirts hingegen saugen sich schnell mit dem Schweiß voll und geben ihn nicht mehr nach außen ab. Das Shirt wird klamm und feucht, die Muskeln können so schneller auskühlen und Verletzungen drohen. Achte deshalb immer darauf, dass du Funktionsfasern trägst.

3. Wie warm und wasserdicht sollte eine Laufjacke im Winter sein?

Laufjacke im Winter

Als oberste Schicht solltest du bei kaltem und feuchtem Wetter immer eine gute Laufjacke tragen. Auf welche Eigenschaften solltest du bei einer Winter-Laufjacke achten? Laufjacken gibt es in unterschiedlichen Ausführungen und Wind- und Wasserdichtigkeitsgraden. Wenn du nur eine Laufjacke im Winter besitzen möchtest, kannst du dir eine Allround-Laufjacke zulegen. Hier solltest du darauf achten, dass sie weder zu dick, noch zu dünn ist. Sie sollte wasserabweisend sein und eine Windstopper-Funktion besitzen, damit du bei eisigen Winden gut gerüstet bist. Gleichzeitig sollte sie jedoch nicht zu dick sein und ein gutes Feuchtigkeitsmanagement besitzen, damit du sie auch bei moderaten Temperaturen tragen kannst. Sehr wasserdichte Jacken sind weniger atmungsaktiv. Zudem sollte deine Laufjacke Reflektoren besitzen, damit du bei Kälte gut gesehen wirst. Weitere nützliche Features bei Laufjacken:

  •          Kapuze gegen Regen
  •          Zipgarage, damit der Reißverschluß nicht piekt
  •          Verstellbare Bündchen gegen kalten Wind
  •          Daumenschlaufen
  •          Stehkragen
  •      Reißverschlusstaschen

4. Die richtige Laufhose bei Kälte

Bei richtig kaltem Wetter solltest du dünne Lauftights gegen lange Laufleggings mit angerauter Innenseite tauschen. Nicht nur der Oberkörper kann auskühlen. Auch die Beine müssen vor kalten Winden geschützt werden. Denn gerade hier können unterkühlte Muskeln zu Verletzungen führen. Die richtige Laufbekleidung ist deshalb auch für die Beine im Winter entscheidend. Lange Tights mit angerauter Innenseite können die Beine optimal trocken und warm halten. Eine Materialkonstruktion aus Funktionsfasern ermöglicht durch ihre Atmungsaktivität einen besonders schnellen Abtransport von Schweiß.

Wenn es dir unangenehm ist Leggings zu tragen, kannst du über deine Leggings einfach eine kurze, weite Shorts anziehen. Das sieht cool aus und deine Beine sind trotzdem warm.

Bei richtig kaltem Schmuddelwetter mit Wind genügen keine Leggings mit angerauter Innenseite mehr. Jetzt solltest du auf lange, angeraute Windstopper-Tights zurückgreifen. Solche Hosen halten Wind und Wetter stand und sind – wenn sie hochwertig verarbeitet werden – trotzdem atmungsaktiv, feuchtigkeitsregulierend und angenehm zu tragen. Dabei sollte insbesondere der Frontbereich der Hose kalten Wind abhalten. Eine doppellagige Verarbeitung sorgt zusätzlich dafür, dass dir jederzeit angenehm warm ist und schützt deine Muskeln vor Auskühlung.

Laufhose im Winter

5. Die perfekten Laufschuhe bei Schnee, Eis oder Kälte

Viele Läufer schwören auf das Gefühl, über frisch gefallenen Schnee zu laufen. Herrlich! Damit die Füße aber bei kaltem und nassem Wetter trocken bleiben, sollte man im Winter andere Schuhe tragen als im Frühling, Sommer oder Herbst. Winter-Laufschuhe sind grundsätzlich robuster und wasserdichter, damit die Füße warm und trocken bleiben. Besonders das Obermaterial unterscheidet sich im Vergleich zu regulären Laufschuhen dadurch, dass es wasserdicht ist. Zudem haben die Sohlen von Winterlaufschuhen ein wesentlich gröberes Profil.

Laufschuhe bei Schnee und Kälte

Da die höhere Wasserdichtigkeit der Schuhe zur Folge hat, dass die Atmungsaktivität eingeschränkt ist, sollten solche Laufschuhe wirklich nur an kalten und nassen Tagen getragen werden. Andernfalls sind Schweißfüße vorprogrammiert. Dennoch sind Laufschuhe heute so konzipiert, dass durch spezielle eingearbeitete Membranen Feuchtigkeit nach außen geleitet werden kann. Achte bei deinem Winterlaufschuh außerdem darauf, dass du ihn ein wenig größer kaufst. Durch die wasserdichte Membran sitzen die Laufschuhe meist etwas fester und unflexibler am Fuß. Außerdem verhärten sich die Kunststoffe der Mittelsohle bei kalten Temperaturen.


6. Nützliche Laufaccessoires an dunklen, kalten Tagen

Bei kälteren Temperaturen im Winter solltest du deinen Hals- und Nackenbereich vor Kälte schützen. Ein Schal aus Fleecematerial oder ein Schlauchschal sind hier ideal für deine Ausrüstung. Gute Laufsocken sind obligatorisch für trockene Füße. Wie viel Wärme du brauchst hängt von deinem individuellen Kälteempfinden ab.

In der kalten Jahreszeit wird es bekanntlich eher spät hell und früh dunkel. Damit du bei deinem Training trotzdem von herankommenden Autos und Fahrradfahrern gesehen wirst, kannst du mit leuchtendem und reflektierendem Laufzubehör dafür sorgen, dass du auffälliger bist. Du kannst beispielsweise ein Reflektorband um den Oberarm tragen oder eine reflektierende Weste anziehen. Beides reflektiert entgegenkommendes Licht aus Scheinwerfern oder Taschenlampen. Gute Laufjacken besitzen meistens eingearbeitete Reflektoren in Form von reflektierenden Nähten, Logos oder Emblems.

Vergiss außerdem nicht, deine Hände vor Kälte zu schützen. Die Hände sind beim Laufen die ganze Zeit der Umgebungstemperatur ausgesetzt und die Haut kann dabei leicht austrocknen. Du kannst deshalb dünne Laufhandschuhe tragen, die atmungsaktiv sind und trotzdem verhindern, dass die Hände auskühlen. Bei sehr kaltem Wetter und empfindlichen Händen kannst du auch auf Fäustlinge zurückgreifen. So bleiben deine Hände die ganze Zeit warm.

Laufkleidung im Winter Accessoires

7. Den Kopf vor dem Auskühlen bewahren: Stirnband oder Mütze?

Die Behauptung, dass über den Kopf 40 Prozent der Wärme verloren geht stammt zwar aus den Siebzigerjahren und ist ein Mythos, trotzdem solltest du ebenso wie deinen restlichen Körper auch deinen Kopf vor dem Auskühlen bewahren. Hier stellt sich die Frage: Mütze oder Stirnband?

Stirnbänder bedecken lediglich die Stirn, die Ohren und den Hinterkopf. Es gibt sie aus verschiedenen Materialien: dünnere Kunstfaserstoffe, die Kopf und Ohren vor kühlem Wind schützen, und aus etwas dickerem Fleece-Stoff, der auch an kalten Tagen schützt. Dadurch, dass bei Stirnbändern der Oberkopf frei bleibt, kann Wärme und Feuchtigkeit an die Umgebungsluft entweichen, du gerätst nicht leicht ins Schwitzen. Wenn dir schnell warm wird ist deshalb ein Stirnband eine gute Wahl. Allerdings hat diese Variante den Nachteil, dass Regen nicht abgehalten wird.

Mützen zum Laufen sind meistens enganliegend und natürlich wärmer als Stirnbänder, da sie den gesamten Kopf bedecken. Im tiefsten Winter ist daher eine Mütze aus wärmendem Fleece die beste Wahl für Läufer. Für etwas wärmere Temperaturen im Plus-Bereich gibt es Mützen aus dünnerem Funktionsmaterial, das atmungsaktiv ist und Feuchtigkeit nach außen entweichen lässt.